03. Feb
2015

FAQ: Mut zum Scheitern!

Christian Lindners „Wutrede“ im NRW-Parlament hat uns inspiriert. Wir sind schon immer davon überzeugt, dass Innovationskraft dringend den Mut und die innere Zuversicht braucht, dass man auch mit Fehlern oder einem persönlichen Versagen klar kommen wird. Wer Angst vorm Scheitern oder vor „Spott und Häme“ seines Umfeldes hat, riskiert wenig bis nichts. Schade! Vor allem für die deutsche Wirtschaft. Doch „Mut zum Scheitern“ und „Spaß an Fehlern“ kann man trainieren. Zum Beispiel in unseren yuii Business-Training. Denn wir arbeiten seit Gründung von yuii mit Methoden aus der „angewandten Improvisation“.

Wie das funktioniert, was das bringt und warum das so wichtig ist, haben wir in unseren FAQs zum Thema „Mut zum Scheitern“ für euch zusammengefasst.

Frage: Wie trainiert man Scheitern?

Wer sich an Übungen und Spiele aus der „angewandten Improvisation“ herantraut, der scheitert zu Beginn immer wieder und lernt, damit umzugehen. Denn eine Devise lautet hier: „Spaß am Scheitern!“, und „Lächelnd weitermachen!“ Die Scham wegstecken und dran bleiben. Ein bekanntes Scheiterspiel heißt „Sieben“. Man zählt in einem Kreis der Reihe nach durch und macht eine bestimmte Geste. Bis zur „Sechs“ läuft alles normal. Die „Sieben“ allerdings macht eine andere Bewegung – was unser Gehirn bereits überfordert. 95% aller Teilnehmer machen also immer wieder den Fehler, bei der „Sieben“ die falsche Bewegung zu machen und ärgern sich gewaltig. Nach einer Weile fordern wir sie auf, sich beim Fehlern nicht zu ärgern, sondern „Au ja!“ zu rufen. Das schaffen 99% der Teilnehmer auch nach 10 Runden nicht. Es hat sich einfach absolut eingebrannt in unser Verhalten, sich bei Fehlern – auch Kleinigkeiten – zu ärgern und meist auch, sich ein bisschen zu schämen.

Frage: Kann man eure simplen „Scheiter-Impro-Spiele“ denn wirklich auf das (Berufs-)Leben übertragen?

Wir sind fest davon überzeugt. Denn vielen Menschen ist diese Angst ja gar nicht wirklich bewusst. Das schaffen die kleinen Spiele aber bereits wunderbar – ohne dass damit wirklich großes Scheitern mit enormen Folgen verknüpft ist. Viele Menschen haben so große Angst vorm Scheitern, dass sie Situationen vermeiden, in denen sie scheitern könnten. Viele Menschen und Arbeitnehmer in Deutschland zeigen diese Angst unserer Meinung in chronischem Nörgeln, Zweifeln und „Blocken“. Sie blocken Ideen und innovative Ansätze – unbewusst oder bewusst – bereits am Anfang ihrer Entwicklung ab, so dass die Realisierung so gut wie unmöglich wird. Damit vermeiden sie aber natürlich, dass sie sich auf unbekanntes Terrain begeben, wo sie Fehler machen könnten und es unangenehm für sie wird.

Ganz einfaches Beispiel: Zählen Sie mal in Brainstormings die „Ja, aber!“ Ihrer Kollegen mit. Sie werden überrascht sein, wie viele das sind. Das sind verbale Blocks. Impro-Spieler lernen, diese zu vermeiden und statt dessen das „Ja, und!“ zu trainieren.

Frage: Braucht die deutsche Wirtschaft mehr „Ja-Sager“?

Klares Ja! Erst mal arbeitet es sich mit Ja-Sagern besser zusammen als mit notorischen Bedenkenträgern. Das raubt nämlich unglaublich viel Energie und Kraft, derjenigen, die Prozesse vorantreiben wollen. Allerdings würden ständige „Ja-Sager“ auch nicht aktiv zur Weiterentwicklung beitragen und nerven natürlich auch irgendwann. Die Menschen, mit denen wir also am besten und konstruktivsten zusammenarbeiten sind „Ja, und-Sager“. Sie nehmen die Ideen ihrer Mitspieler – ihrer Kollegen also – auf, geben ihren Input dazu und spielen den Ball weiter. Nur so entstehen neue, kreative und auch wirklich mal andere Ideen. Die Philosophie und die Regeln, die im Impro-Theater angewendet werden, zu beherrschen ist also für Kreativ- und Innovationsprozesse – aber z. B. auch Change-Prozesse -unglaublich hilfreich.

Frage: Man kann wirklich trainieren positiver zu kommunizieren und häufiger „Ja, und“ zu sagen?

Absolut. Nach zwei Tagen Training sind die wichtigsten Mechanismen verdeutlicht und zumindest so weit verinnerlicht, dass daran individuell weiter gearbeitet werden kann.

Frage: Erklärt bitte kurz, wie man „Regeln oder Mechanismen der Improvisation“ wirklich ganz konkret in Weiterbildung in Unternehmen einsetzen kann. Ihr arbeitet damit auch in Präsentationstrainings?

Genau. Für Präsentationstrainings eignet sich die Methodik deswegen so gut, da Menschen im Moment der Improvisation ihre ganz eigenen, wahren Talente, aber auch ureigene Schwächen, z. B. typische Unsicherheitsgesten, zeigen. Häufig ziehen sie sich bei ihrer Präsentation in ihre sogenannte „Komfortzone“ zurück, in der sie sich zwar sicher und ungefährdet fühlen, aber kaum mehr energetisch wirken.

In allen yuii Trainings für junge Führungskräfte – unter anderem in unserem gesamten „Young Leadership Camp“ ist das Thema „Scheitern“ aber auch immer relevant. Denn wer Entscheidungen treffen muss – v. a. mit wenig Berufserfahrung – muss die Gefahr einrechnen, Fehler zu machen. Wer eine junge Führungskraft ist, die insgeheim panische Angst vor eigenen Fehlern hat, wird sein Team kaum maßgeblich voran bringen können.

Frage: Ständiges Scheitern zu promoten, kann doch aber auch nicht der Weg sein. Das klingt nicht besonders erfolgsorientiert.

Doch, das ist erfolgsorientiert! Denn wahre Innovationskraft und Lust an Neuem kann erst dann entstehen, wenn wir unsere „Scheiter-Angst“ im Griff haben. Und wir lernen, dass wir positiv und konstruktiv mit dem Scheitern umgehen können, wenn es passiert.

Frage: Erfolgreich sein zu wollen und eben nicht zu scheitern ist dennoch ein legitimer Wunsch von Arbeitnehmern und letztlich auch deren Arbeitgebern. Wie reagieren die auf die yuii Scheiter-Philosophie?

Die meisten reagieren absolut positiv und aufgeschlossen. Bedenkt: Die meisten erfolgreichen Unternehmer oder Manager sind in ihrem Leben öfter gescheitert. Sie brauchten das Scheitern, um dort hin zu gelangen, wo sie heute sind. Aber bleiben wir beim Mitarbeiter auf Angestellten- oder mittlerer Management-Ebene: Die Angst vorm Scheitern zeigt sich doch häufig in Form von ständigem Zweifeln, im Vorbringen von Argumenten, warum etwas Neues nicht gut ist. Häufig und zu aller erst, Bedenken zu Äußern, ist eine deutsche Tugend, die oft als rational und klug bewertet wird. Wir sprechen hier vor allem von „notorischen“, reflexartigen ablehnenden Haltungen, die Veränderungen per se als etwas Bedrohliches wahrnehmen. Das kann in Unternehmen, die immer komplexeren Strukturen, neuen (digitalen) Lebenswelten und Sachverhalten gegenüber stehen, nicht gewollt sein. Und so sehen das eben heute auch viele Personalverantwortliche.

Und: Die Angst vorm Scheitern verlangsamt Entscheidungsprozesse, macht Unternehmen träge. Im internationalen Wettbewerb müssen deutsche Unternehmen aufpassen, nicht ins Hintertreffen zu geraten. Hiergegen kann man „antrainieren“, ganz klar! Und wir wünschen der Trainer- und Coachingszene der „angewandten Improvisation“ in Deutschland daher ganz viel Erfolg. Nicht nur uns, sondern auch unseren Trainerkollegen. In Berlin gibt es neben uns noch eine handvoll weitere. Wir kennen uns gut, netzwerken aktiv. Für eine Arbeitswelt, in der Improvisationsfähigkeiten von Arbeitnehmern wirklich geschätzt und ausgebaut werden, weil sie heute – mehr denn je – wirklich gebraucht werden.

03. Jan
2014

Sei doch mal proaktiv!

In Stellenanzeigen liest man es häufig und auch von Vorgesetzten hört man immer wieder gerne den Satz: „Wir erwarten einen proaktiven Kommunikationsstil“ oder eine „proaktive Mitarbeit“. Und wenn man über einen Dienstleister sagt: „Der ist ja überhaupt nicht proaktiv!“ – dann heißt das nichts Gutes. Doch mal ehrlich: Was sich ganz genau hinter dem Begriff „Proaktivität“ verbirgt, wissen oft auch die nicht, die das Wort gerne nutzen.

Unter einem „passiven Kommunikator“ dagegen, kann sich jeder leicht etwas vorstellen: Es ist wohl eine Person gemeint, die nur dann kommuniziert, wenn sie direkt und aktiv angesprochen, ja zu einer Reaktion förmlich gezwungen wird: „Sag mal, wie siehst du das denn?“ oder „Erzähl doch mal bitte was zum aktuellen Stand“. Dass es solche eher „passiven“ Kommunikationstypen meist schwer haben oder von Kollegen oder Chefs als „träge“ wahr genommen werden, erklärt sich von selbst.

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Proaktivität ist fast schon eine Geisteshaltung

Warum reicht es eigentlich nicht, ein „aktiver Kommunikator“ zu sein? Also die Initiative zu ergreifen und Themen als erster oder zumindest unaufgefordert anzusprechen? Es reicht nicht, weil mit „proaktiv“ noch mehr verknüpft wird: Eine Art in die Zukunft gerichtete Geisteshaltung.

Ein proaktiver Kommunikator hat Ideen, hat Fachwissen, hat Visionen und Meinungen und bringt sie bereits dann an, wenn sie noch nicht auf der Agenda stehen, wenn sie im Grunde noch gar kein Thema sind. Er tut das, weil er vorweg nimmt, dass diese Meinung, dieses Wissen, diese Expertise, diese Erfahrung für die weitere Entwicklung von Projekten oder des gesamten Unternehmens nützlich und förderlich sein kann.

Er glänzt also nicht nur durch das Know-how in seinem Bereich, sondern er übernimmt auch Verantwortung für diesen.

 

3 Fragen für mehr Proaktivität

Ob Sie wirklich ein proaktiver Kommunikator sind, können Sie bei der Beantwortung folgender Fragen erkennen:

– Gebe ich Ideen, Meinungen und Empfehlungen erst dann ab, wenn ich konkret darum gebeten werde oder lasse ich diese auch unbefragt einfließen, wenn ich von ihrer Wichtigkeit überzeugt bin?

– Präsentiere ich Konzepte mit verschiedenen Alternativen und lasse dann meinen Vorgesetzten entscheiden, welche er wählen möchte oder empfehle ich eine Option und übernehme damit Verantwortung?

– Spreche ich Probleme, Störungen oder Konflikte, die mich oder das Team belasten, in einem sehr frühen Stadium an und versuche sie bereits dann (mit) zu lösen oder warte ich ab, bis sich das Problem konkretisiert und finde dann Lösungsansätze?


Für Unternehmen gilt: Proaktivität muss wirklich gewünscht sein!

Kein Wunder also, dass proaktive Mitarbeiter für Unternehmen absolut wertvoll sind! Unternehmen müssen sich aber immer wieder auch selbstkritisch fragen, wie offen sie für die Proaktivität ihrer Mitarbeiter wirklich sind. Denn eins ist klar: Proaktivität geht mit dem Wille zur Veränderung einher. Doch mit dem tun sich einige Unternehmen bekanntlich leider (noch zu) schwer.

26. Aug
2013

Fatale Job-Irrtümer I: „Ich bin zu nett, deswegen komme ich im Job nicht weiter.“

Es scheint für viele Menschen ganz klar zu sein, dass es einen Kausalzusammenhang zwischen „nett“ und „nicht durchsetzungsfähig “ gibt. Für viele lautet die fatale Schlussfolgerung: Wer durchsetzungsfähig und souverän im Job sein will, muss unfreundlich sein. Oder aber auch, ebenso verhängnisvoll: Wer nicht nett (zum mir) ist, will mich dominieren und ist ein Alpha-Tier, das nur an Karriere interessiert ist.

Uff. Kein Wunder, dass in vielen Büros schlechte Stimmung und Unsicherheit herrscht, wenn ein Großteil der Belegschaft diesen Glaubenssätzen folgt: Ist man freundlich, wird man in die Schublade „nicht durchsetzungsfähig“ gesteckt bzw. steckt den neuen Kollegen oder die neue Kollegin in diese. Ist man unfreundlich – oder sagen wir nicht überschwänglich herzlich – hat man garantiert Haare auf den Zähnen und will um jeden Preis nach oben kommen.

Netter Typ? Glückwunsch!

Sie sind grundsätzlich ein netter und freundlicher Mensch? Toll, freuen Sie sich darüber! Nett sein ist keine Schwäche und echter Souveränität und wahrem Selbstbewusstsein steht „nett sein“ nicht im Weg. Im Gegenteil: Je netter und gleichzeitig klar und verbindlich, desto besser. Ist doch großartig, wenn Sie in netter und freundlicher Art eigene Interesse vertreten können und dem Motto folgen: „Hart in der Sache, herzlich zum Menschen.“

Nur, sind Sie „hart in der Sache“? Oder ist das mit dem „zu nett sein“ eine willkommene Ausrede dafür, sich und die eigene Kommunikation nicht verändern zu müssen?

Klar und verbindlich kommunizieren

Klare und verbindliche Kommunikation im Job, die meist eine Voraussetzung für Durchsetzungsfähigkeit ist, hat zwar rein gar nichts mit Unfreundlichkeit zu tun, aber sie folgt bestimmten – sprachlichen und prozessorientierten –  Regeln und Grundsätzen. Man kann trainieren, wie man…

… Arbeitsaufträge richtig delegiert

… gutes, wertschätzendes, aber klares Feedback gibt

… Konflikte anspricht und den eigenen Standpunkt vertritt

… erfolgreich verhandelt

… über (eigene) Emotionen sachlich sprechen kann

… persönlichkeitsorientiert kommuniziert

… die eigene Körpersprache richtig einsetzt und kongruent kommuniziert

Die vier W’s der Delegation

Wenn Sie Kollegen bitten, etwas für Sie zu tun oder deren Hilfe für die Erledigung einer Aufgabe erbeten, dann tun Sie das am besten immer in vier Schritten. Wenn die vier W’s in Ihrer Delegation beachtet wurden, sollte Ihre Arbeitsanweisung klar formuliert sein:

1. Beschreiben, was zu tun ist.

2. Deadlines setzen, bis wann ist das zu tun ( ganz konkret, ein „asap“ ist NICHT klar und verbindlich genug! 17.8, 16 Uhr ist dagegen klar und unmissverständlich).

3. Motivation/Ziel Ihrer Bitte: Warum brauchen Sie die Information/Hilfe?

4. Übergeordneter Sinnzusammenhang: Wozu muss das gemacht werden (wenn möglich. Z. B.: Image, Kundengewinn etc.)?

5. (Kein W, aber wichtig) Bedanken und mit Grußformel verabschieden.

Mit den richtigen Kommunikations- und Soft Skills sind auch „zu nette“ Menschen in der Lage, Karriere zu machen und ganz nach oben zu kommen. Versprochen!

Und nächste Woche im yuii-Blog:

Fatale Jobirrtürmer II: „Emotionen haben im Job nichts zu suchen!“

12. Jul
2013

Bitte recht kreativ: So geht Brainstorming wirklich

Jeder kennt es, fast alle machen es. Manche sogar mehrmals täglich. Die einen hassen es, die anderen können nicht genug davon kriegen: Die Rede ist vom Brainstorming. Jedes Unternehmen, das etwas auf sich hält, führt regelmäßig Brainstormings durch, indem meist schnell mal die kreativsten Kollegen der Abteilung zusammengetrommelt werden, um gemeinsam tolle, innovative Ideen zu entwickeln. Die Ergebnisse sind manchmal top, oft aber auch nicht wirklich überzeugend.

Brainstorming braucht Regeln

Der amerikanische Autor Alex F. Osborn, der seit 1919 in der amerikanischen Werbebranche tätig war, gilt als Erfinder des Brainstormings. Er legte dabei bestimmte Regeln fest, die die kreativen Arbeitstreffen effektiver machen sollten. Denn Osborn hatte erkannt: Ohne diese Regeln wird der Einfallsreichtum der Mitarbeiter in kreativen Sitzungen begrenzt statt gefördert.

Sonst wird es nichts: Erst sammeln, dann kritisieren!

Osborn war sich sicher, dass der Prozess der Sammlung und Ideengenerierung strickt von der Bewertung der Ideen getrennt werden müsse. Denn Kritik oder Kommentare – negative, aber durchaus auch positive – wirken sich sofort auf den kreativen Prozess aus und beeinflussen ihn. Wird diese goldene Regel nicht beachtet – und ganz ehrlich, das passiert häufig – werden die Menschen in ihrer Kreativität blockiert und eingeengt. Ständige „Ja, aber das ist zu teuer“, „Ja, aber das passt doch nicht zu uns“, „Ja, aber das hatten wir doch schon mal“, nachdem man eine Idee zum Besten gab,  machen irgendwann mürbe, demotivieren und entmutigen.

 

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Maximal 30 Minuten, 7 Menschen und 1 Pause

Ein Brainstorming aus ca. 7 Gruppenmitgliedern bestehen und sollte nicht länger als 30 Minuten dauern. Besser kürzer, um die zehn bis 15 Minuten. Danach sollte es eine ausreichend lange Pause für alle Mitarbeiter geben. Das entspricht auch den neuesten Erkenntnissen der Lernforschung, denn nach ca. 30 Minuten Input und Konzentration macht unser Gehirn bereits „schlapp“. Die Folge: Wir werden unkonzentriert, schweifen immer öfter ab.

Einfach assoziieren – je verrückter desto besser

Brainstorming ist das zunächst lose Assoziieren von Ideen. Die Methode lässt sich allein und in der Gruppe umsetzen und eignet sich für den Beginn eines kreativen Prozesses. Die Ideen der Brainstormer dürfen dabei gerne möglichst verrückt, andersartig und neu sein. Es geht ausdrücklich noch nicht nur um anwendbare, realisierbare oder gar bezahlbare Ideen. Dahinter steht die Annahme, dass sich nur aus Ideen, die wirklich „out of the box“ sind, umsetzbare, innovative Pläne schmieden lassen. Das funktioniert aber eben nur, wenn die Ideensammlung von der Bewertung abgekoppelt ist.

Ein Moderator ist ein Must

Wirklich gute Brainstorming-Meetings brauchen einen Moderator. Wer also ein Brainstorming offiziell einberuft, sollte sich trauen einen Moderator zu bestimmen oder diese Rolle selbst zu übernehmen. Der Moderator sammelt keine Ideen, er überwacht den kreativen Prozess. Er ermutigt oder ermahnt, wenn Regeln nicht eingehalten werden und begleitet die Kollegen Schritt für Schritt durch das Meeting.

Die Brainstorming-Schritte im Überblick

1. Moderator bestimmen, der Regeln kennt

2. Thema klar benennen, Aufgabenstellung klar machen, den Teilnehmern die Regeln erklären

3. Ideen sammeln: 10-15 Minuten, je verrückter desto besser (Moderator sammelt z. B. auf Kärtchen)

4. Mindestens 10 Minuten Pause

5. Ideen an einer Moderationswand clustern und sortierten

6. Bewerten: Absolut nicht zu realisierende Ideen werde raussortiert, tolle Ideen, die aber nicht zur Aufgabenstellung passen, können in eine „Ideenkiste“ wandern, gute und realisierbare Ideen werden durch die Ideen der Gruppe verbessert/erweitert

8. Projektteams werden gebildet, die z. B. die Umsetzung der besten Ideen prüfen und ein Grobkonzept entwickeln sollen

9. Next-steps für ein Anschlussmeeting werden definiert

 

Wie Brainstormings wirklich funktionieren und viele weitere Kreativitätstechniken – auch abseits der Klassiker – lernt man übrigens im yuii Training „Creative Thinking“.

Für Unternehmen oder Agenturen, die Lust haben, ihr kreatives Potenzial wirklich auszuschöpfen. Infos unter: http://www.yuii.de/trainings/creative-thinking/

 

 

25. Jun
2013

Der Schlüssel zur Kreativität

Das Wort Kreativität ist leicht daher gesagt, doch kreativ sein ist bisweilen harte Arbeit. Doch kaum ein Unternehmen kann auf Kreativität verzichten, denn im Wettbewerb reicht es meist nicht aus nur billiger oder schneller als die Konkurrenz zu sein. Kreative und neuartige Produkte, Services oder Markenerlebnisse sind gefragt und um diese zu schaffen, braucht es entsprechende Mitarbeiter. Doch den Mitarbeitern immer wieder kreative Höchstleistungen zu entlocken ist eine hohe Kunst. Viele wesentliche Schritte gibt es auf dem Weg dorthin zu bewältigen. Hier unsere Top 3:

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1.  Kreativität brauch Mut und Risikofreude!

Neue Ideen klingen auf den ersten Blick gerne erst mal viel zu provokant, albern, unbezahlbar oder absolut unpassend in Hinblick auf die Unternehmensphilosophie oder den Markenkern. Um wirklich kreative Ideen entwickeln zu können, müssen Mitarbeiter also mutig und risikofreudig mit den eigenen Ideen und innovativen Gedanken umgehen können. Dies ist nicht jedem Mitarbeiter in die Wiege gelegt, kann aber durch gezieltes Training zum Vorschein gebracht werden.

2. Kreativität braucht Vertrauen

Sind die kreativen Energien der Mitarbeiter dann geweckt, braucht es eine Unternehmens- und Meetingkultur, indem die neuen Ideen der Mitarbeiter auch entsprechendes Gehör und Aufmerksamkeit finden, ohne das diese sofort abgeblockt (Ja, aber-Reflex) oder ins Lächerliche gezogen werden. Jede (!) im Brainstormingprozess entstandene Idee ist gut und muss angenommen und gewürdigt werden. In vielen Unternehmen und sogar in vielen Kreativ-Agenturen wird diese eigentlich sehr einfach Regel nicht beachtet. Eine Überprüfung der eigenen Meeting- bzw. Brainstormingkultur lohnt sich und auch hier können Unternehmen von Kreativitäts-Training und den dort vermittelten Methoden stark profitieren. Das heißt: Nur wenn eine vertrauensvolle Unternehmenskultur generell die Offenheit ausstrahlt, neue Ideen anzunehmen und auch umzusetzen, kann sich die Kreativität Bahn brechen.

3. Kreativität braucht den Flow und der Flow braucht Spaß

Das kennt jeder (ab und zu): Man schreibt einen Text, weil man gerne textet und genau weiß, was man sagen möchte und die Wörter fließen wie Wasser aus den Fingern in die Tasten. Das Ergebnis: Man fühlt sich, als habe man 10 Minuten gearbeitet, dabei sind zwei Stunden vergangen, der Text druckreif und das Ergebnis fabelhaft. Oder man sitzt in einem Meeting und bespricht eine neue Strategie und die Ideen purzeln wie Ping-Pong-Bälle über die Tische, die Flipchart füllt sicht, die Ansätze und Ideen werden immer besser, passender, witziger. Man schaut auf die Uhr und drei Stunden Meeting sind im Fluge vergangen. Was ist passiert? Man hatte ein Flow-Erlebnis!

Als Kinder, als wir noch viel und leidenschaftlich spielten, hatten wir viele dieser Flow-Erlebnisse. Und richtig viel Spaß dabei.

Bei Spielen, die Spaß machen, ist man ganz bei sich, präsent im Moment. Man denkt nicht an gestern und nicht an morgen. Nicht an das, was man noch tun muss oder besser getan hätte. Man ist im Hier und Jetzt und – ganz wichtig – gleichzeitig ganz beim Zusammenspiel, bei der Interaktion, mit seinen Spielpartnern.

Wer es also schafft, die Entwicklung neuer Ideen bzw. den gesamten kreativen Prozess spielerisch zu verpacken und in Spiel-Situationen neue Ideen produzieren zu lassen, der arbeitet genau so, dass Flow-Prozesse entstehen können. Das Ergebnis: Großartige Ideen, Mitarbeiter, die Spaß und Freude bei der Entwicklung empfanden und sich trotzdem kaum ausgepowert fühlen.

Fazit: Methoden der Improvisation eignen sich ganz besonders in und für Kreativitätstrainings, weil sie einen Schwerpunkt auf Spontainität, den Mut zum Risiko, das Lösen von Kreativitäts-Blockaden, das Aktivieren vorhandener Ressourcen und die Vetrauensbildung  im Team legen. Und das mit Übungen, die jede Menge Spaß machen und so spielerisch Kreativität beflügeln.
Image courtesy of SweetCrisis / FreeDigitalPhotos.net

14. Jun
2013

Bitte nicht tiefstapeln – auf die Körpersprache kommt es an!

Das kennt beinahe jeder: Eben war man noch total taff, wusste, wer man ist und was man wert ist und dann sitzt einem der Chef in der Gehaltsverhandlung gegenüber, baut sich auf, schaut einen mit stechendem Blick an und Schwups, ist alle Souveränität dahin. Man fühlt sich klein und zeigt das auch nach Außen. Was hier passiert ist? Statusverhalten! Im Theater, v. a. im Improvisationstheater ist das Trainieren von verschiedenen Stati ein Muss. Also einen Versuch ist es wert!

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Sicher ist: Unsere Körpersprache wirkt sich auf unser Gegenüber aus. Und wir können Sie nutzen, um in wichtigen Verhandlungen selbstbewusst und souverän zu wirken.

Tief- und Hochstatusverhalten – was bedeutet das?
Der Status bezeichnet im Allgemeinen das Machtgefälle in der Beziehung zwischen zwei Personen. Im Improvisationstheater schlüpfen die Darsteller, die dem Publikum alle Szenen spontan darbieten, gerne in Hoch- oder Tiefsstatusrollen. Eine Hochstatusrolle wäre klassischerweise ein selbstbewusster, durchsetzungsstarker und stolzer König. Eine Tiefstatusrolle dagegen ein verunsicherter, ängstlicher und unterwürfiger Bettler. Wer wer ist, erkennt man auf den ersten Blick: Durch die Körpersprache und die Stimme der Spieler.

Hoch- oder Tiefsstatus – was hilft’s im Job?
Das Wissen um den Status und wie man ihn im Theaterspiel körpersprachlich ausdrückt, hilft auch im Job weiter. Denn, wer in anspruchsvollen Gesprächen wie ein „König“ und nicht wie ein „Bettler“ wirken möchte, der muss auf seine Körpersprache achten und sollte die nonverbalen Signale kennen, die verraten, welchen Status er einnimmt.

Typische körpersprachliche Signale des Hochstatus:
1) aufrechter Gang, sich körperlich „große“ machen, fester Händedruck
2) Halten und Suchen des Blickkontaktes
3) entspannte Körperhaltung, offener Oberkörper beim Sitzen, auch mal locker nach hinten geneigt
4) Kopf beim Sprechen ruhig halten, sich nicht im Gesicht berühren
5) ruhige, kräftige Sprechweise

Typische körpersprachlichen Signale des Tiefstatus:
1) eher gebeugter Gang, sich körperlich „klein machen“, schlaffer Händedruck
2) Blickkontakt nicht halten können, auf den Boden oder neben den Gesprächspartner schauen
3) Sitzen auf der vorderen Stuhlkante
4) Spielen mit Körperteilen, Ringen oder Ketten, sich oft im Gesicht berühren
5) hektisches, schnelles Sprechen, mit vielen kurzen „ähs“

Achtung: Besonders Frauen machen sich gerne „klein“
Frauen tappen häufig in die „Tiefstatusfalle“. Meist sogar ganz unbewusst, da körpersprachliche Signale wie Beine zusammenschlagen, Hände und Arme elegant über- oder aufeinanderlegen Mädchen oft anerzogen wurden. Aber gerade in Gesprächen und Verhandlungen mit Männern, können diese äußerlichen Signale falsch interpretiert werden. Das heißt, Frauen sollten bewusst darauf achten, sich körperlich nicht zu klein zu machen. Außerdem neigen Frauen eher dazu, beim Sprechen am Satzende nach oben zu gehen. So machen sie Aussagen aber leider zu Fragen, die sie auf Dauer unsicher wirken lassen, obwohl sie das vielleicht gar nicht sind. Frauen, die speziell daran arbeiten möchten, sind in unserem Training „Women only“ gut aufgehoben.

Ins Bewerbungsgespräch mit einem positiven Hochstatus
Wer in Bewerbungsgesprächen überzeugen und in schwierigen Verhandlungen punkten will, sollte auf sein Statusverhalten achten und keinesfalls unbewusst einen Tiefstatus einnehmen. Dabei unbedingt bedenken, dass ein Hochstatusverhalten nicht automatisch Arroganz, Überheblichkeit oder gar unsoziales Verhalten bedeutet. Ein positiver Hochstatus ist mit sich im Reinen und geht dementsprechend freundlich und offen mit seinen Mitmenschen um.

Das eigene Statusverhalten und die eigene Status-Varianz kann man in Trainings, die mit Methoden der „Improvisation“ oder des „Improvisationstheaters“ arbeiten, kennenlernen und lernen Statusverhalten bewusst für berufliche Situationen zu nutzen. In diesem Zusammenhang bieten wir am 17. und 18. August in Berlin wieder unser Training „Women only SPEZIAL“ an: http://www.yuii.de/women-spezial/ Schaut vorbei!

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07. Jun
2013

Switch & Change – alles eine Frage der Perspektive

Repräsentative Umfragen unter Arbeitnehmern zu Themen der Arbeitszufriedenheit und Stressbelastung ergeben immer wieder, dass Konflikte mit Vorgesetzten und Kollegen großen Einfluss auf den Arbeitsalltag haben. Solche Konflikte sind oft auf mangelhaft organisierte Arbeitsabläufe aber auch zwischenmenschliche Faktoren zurückzuführen. Konflikte – insbesondere die unausgesprochenen, schwelenden – können ein Team schnell lähmen und damit insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen spürbaren Schaden zufügen. Um Konflikte zu managen ist es sehr sinnvoll Trainingsmethoden zu verwenden, die erlebbar sind und Konfliktgespräche kreativ simulieren. Eine solche Methode ist das sog. „Switch & Change“.

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„Switch & Change“ ist eine Übung, die dem Improvisationstheater entlehnt ist. Sie trainiert in erster Linie perfekt, sich in den Gesprächspartner hineinzuversetzen, das Problem mit den „Augen“ des anderen zu betrachten, die Argumente des anderen nachzuvollziehen und –  ganz wichtig – dem Gesprächspartner während des Konfliktgespräches genau zuzuhören und sich auch dessen Körpersprache bewusst zu machen. Denn die gibt viele wichtige Hinweise darauf, wie sich der Gesprächspartner fühlt.

Wie funktioniert „Swich & Change“ genau?

In der Gruppe wird  zunächst ein Konfliktthema gefunden. Zwei Teilnehmer nehmen auf Stühlen Platz. Es ist sehr wichtig, dass die beiden Teilnehmer das Konfliktthema immer persönlich nachempfinden können. Vor Beginn der Simulation wird lediglich festgelegt, wer welcher Konfliktpartner ist. Ansonsten sind die Teilnehmer völlig frei in der Aktion und Reaktion. Dann beginnt die natürliche Diskussion zwischen den Teilnehmern. Der Trainer verändert durch die Anweisung  „switch“ zunächst nur, dass die beiden ihre „Rollen“ miteinander tauschen. Das beinhaltet alles: Die Stühle werden getauscht, die exakte Körperhaltung des jeweils anderen wird angenommen, körperliche Ticks oder Besonderheiten werden kopiert und natürlich werden auch die Argumente und die Argumentationsweisen übernommen. Haben sich die Teilnehmer an die Funktionsweise des Spiels gewöhnt, kann der Trainer die neue Anweisung „change“ eingeben. Durch diese wird ein ganz neuer Teilnehmer von Außen eingewechselt, der die Situation verändert. „Change“ bringt die Teilnehmer dazu, sich neuen Argumenten zu stellen und sich diesen schnell anzupassen. Außerdem werden sich die Teilnehmer neuer, auch eigener, Handlungsweisen und Reaktionsmöglichkeiten bewusst.

Durch die Augen des Anderen

Aus diesem direkten Rollentausch ergibt sich ein intensiver Perspektivwechsel. Die Teilnehmer lernen, sich in den Konflikt- oder Gesprächspartner hineinzuversetzen, ein besseres Verständnis für dessen Bedürfnisse und Ziele zu erlangen, flexibel und offen in Konflikten zu reagieren und somit auch das eigene Kommunikations- und Konfliktverhalten zu korrigieren. Die Situationen werden später gemeinsam in der Gruppe intensiv diskutiert und durch individuelle Feedbacks der Trainer zum Kommunikationsstil der Teilnehmer ergänzt. Auch Videoanalyse kann eingesetzt werden. Dadurch ergibt sich ein nachhaltiger Lerneffekt, den die Teilnehmer in ihren konkreten Arbeitsumgebungen anwenden und umsetzen können.
Image courtesy of Danilo Rizzuti / FreeDigitalPhotos.net

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