07. Jun
2013

Switch & Change – alles eine Frage der Perspektive

Repräsentative Umfragen unter Arbeitnehmern zu Themen der Arbeitszufriedenheit und Stressbelastung ergeben immer wieder, dass Konflikte mit Vorgesetzten und Kollegen großen Einfluss auf den Arbeitsalltag haben. Solche Konflikte sind oft auf mangelhaft organisierte Arbeitsabläufe aber auch zwischenmenschliche Faktoren zurückzuführen. Konflikte – insbesondere die unausgesprochenen, schwelenden – können ein Team schnell lähmen und damit insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen spürbaren Schaden zufügen. Um Konflikte zu managen ist es sehr sinnvoll Trainingsmethoden zu verwenden, die erlebbar sind und Konfliktgespräche kreativ simulieren. Eine solche Methode ist das sog. „Switch & Change“.

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„Switch & Change“ ist eine Übung, die dem Improvisationstheater entlehnt ist. Sie trainiert in erster Linie perfekt, sich in den Gesprächspartner hineinzuversetzen, das Problem mit den „Augen“ des anderen zu betrachten, die Argumente des anderen nachzuvollziehen und –  ganz wichtig – dem Gesprächspartner während des Konfliktgespräches genau zuzuhören und sich auch dessen Körpersprache bewusst zu machen. Denn die gibt viele wichtige Hinweise darauf, wie sich der Gesprächspartner fühlt.

Wie funktioniert „Swich & Change“ genau?

In der Gruppe wird  zunächst ein Konfliktthema gefunden. Zwei Teilnehmer nehmen auf Stühlen Platz. Es ist sehr wichtig, dass die beiden Teilnehmer das Konfliktthema immer persönlich nachempfinden können. Vor Beginn der Simulation wird lediglich festgelegt, wer welcher Konfliktpartner ist. Ansonsten sind die Teilnehmer völlig frei in der Aktion und Reaktion. Dann beginnt die natürliche Diskussion zwischen den Teilnehmern. Der Trainer verändert durch die Anweisung  „switch“ zunächst nur, dass die beiden ihre „Rollen“ miteinander tauschen. Das beinhaltet alles: Die Stühle werden getauscht, die exakte Körperhaltung des jeweils anderen wird angenommen, körperliche Ticks oder Besonderheiten werden kopiert und natürlich werden auch die Argumente und die Argumentationsweisen übernommen. Haben sich die Teilnehmer an die Funktionsweise des Spiels gewöhnt, kann der Trainer die neue Anweisung „change“ eingeben. Durch diese wird ein ganz neuer Teilnehmer von Außen eingewechselt, der die Situation verändert. „Change“ bringt die Teilnehmer dazu, sich neuen Argumenten zu stellen und sich diesen schnell anzupassen. Außerdem werden sich die Teilnehmer neuer, auch eigener, Handlungsweisen und Reaktionsmöglichkeiten bewusst.

Durch die Augen des Anderen

Aus diesem direkten Rollentausch ergibt sich ein intensiver Perspektivwechsel. Die Teilnehmer lernen, sich in den Konflikt- oder Gesprächspartner hineinzuversetzen, ein besseres Verständnis für dessen Bedürfnisse und Ziele zu erlangen, flexibel und offen in Konflikten zu reagieren und somit auch das eigene Kommunikations- und Konfliktverhalten zu korrigieren. Die Situationen werden später gemeinsam in der Gruppe intensiv diskutiert und durch individuelle Feedbacks der Trainer zum Kommunikationsstil der Teilnehmer ergänzt. Auch Videoanalyse kann eingesetzt werden. Dadurch ergibt sich ein nachhaltiger Lerneffekt, den die Teilnehmer in ihren konkreten Arbeitsumgebungen anwenden und umsetzen können.
Image courtesy of Danilo Rizzuti / FreeDigitalPhotos.net

03. Jun
2013

Hilfe, ich improvisiere!

Wenn wir das Wort Improvisation hören, verbinden wir das im Allgemeinen mit netten Erinnerungen an lustige Theaterstücke, schönen Abenden im Jazz-Club oder allenfalls noch mit einem Comedy-Auftritt im Fernsehen. Alles nette Assoziationen, die weder unangenehme noch persönlich relevante Gefühle hervorrufen. Anders ist dies jedoch, wenn Improvisation im Bildungs- oder Arbeitsalltag zur Sprache kommt. Dann ist die Assoziation meist eher mit schwitzenden Händen, Blackouts und Angst verbunden. Improvisation erleben ist also angenehm, selbst improvisieren aber nicht… Oder?

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Probleme kreativ lösen

Gehen wir noch einmal einen Schritt zurück und sehen uns an, was Improvisation eigentlich genau ist. Der wesentliche Charakterzug von Improvisation ist die spontane und unvorbereitete Reaktion auf eine Situation. Die Tatsache, dass solch eine überraschende Situation für geübte Theaterleute, Jazzmusiker oder Comedians also willkommenes Futter ist, um kreativen Output zu produzieren, sollte uns zu denken geben. Denn was ist in der Wirtschaft schon vorhersehbar? Bewegliche Märkte, schnell wachsende Unternehmen, ständig neue Technologien und Kommunikationsgewohnheiten. Unternehmen profitieren vom flexiblen Umgang mit Risiken, spontanen Reorganisationsmöglichkeiten und dynamischen Reaktionen auf den Markt und die Kunden. Kreativität ist immer auch ein Wettbewerbsvorteil. Grund genug, das Improvisieren bestmöglich zu beherrschen – oder zu lernen.

Improvisation als Trainingsmethode

Improvisation kann als Trainingsmethode Mitarbeiter zu genau diesen dynamischen Problemlösern machen, die gebraucht werden. Mitarbeiter lernen mit Hilfe von Spielen und Übungen der angewandten Improvisation in einer kreativen Atmosphäre, die Spaß macht. Zu den Methoden des Improvisationstheaters zählen zum Beispiel der Perspektivwechsel („Switch & Change“), den man hervorragend dafür nutzen kann, um ein neues Verhalten bei Konflikten, in Feedbackgesprächen, Verhandlungssituationen oder anspruchsvollen Meetingsituationen zu trainieren. Auch das aus dem Improvisationstheater stammende Konzept des „Status“ wird eingesetzt, um an der körpersprachlichen und stimmlichen Präsenz in Meetings oder Präsentationssituationen, im Rahmen eines Präsentationstrainings, zu arbeiten.

Für die meisten Menschen sind die Improvisationsübungen ganz neu und damit eine unbekannte Selbsterfahrung, die nach kurzer Zeit sehr viel Freude bringt. Der Spaß ist dabei jedoch kein Selbstzweck, denn – und das ist wissenschaftlich belegt – mit Spaß lernt es sich nachhaltiger und Inhalte bleiben länger im Gedächtnis. Positive Gefühle erleichtern den Lernerfolg, die Teilnehmer öffnen sich schnell, werden locker und bauen rasch Vertrauen zu Trainern und der Gruppe auf. Ganz ohne feuchte Hände.

Image courtesy of chanpipat / Freedigitalphotos.net

01. Aug
2011

Talentmanagement in Unternehmen nicht ausreichend

Nach einer Gemeinschaftsstudie der Boston Consulting Group (BCG) und der European Association for People Management (EAPM) ist das Talentmanagement in Europa und in Deutschland eine der größten Herausforderungen im Personalmanagement. Das Thema werde derzeit nicht ausreichend gemanagt: 60 Prozent der Unternehmen verfügen nicht über eine systematische, strategische Vorgehensweise, um geeignete Talente für ihre künftigen Herausforderungen zu gewinnen. Die Ergebnisse der äußerst interessanten HR-Studie kann man hier herunterladen:

Download Studie

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