26. Aug
2013

Fatale Job-Irrtümer I: „Ich bin zu nett, deswegen komme ich im Job nicht weiter.“

Es scheint für viele Menschen ganz klar zu sein, dass es einen Kausalzusammenhang zwischen „nett“ und „nicht durchsetzungsfähig “ gibt. Für viele lautet die fatale Schlussfolgerung: Wer durchsetzungsfähig und souverän im Job sein will, muss unfreundlich sein. Oder aber auch, ebenso verhängnisvoll: Wer nicht nett (zum mir) ist, will mich dominieren und ist ein Alpha-Tier, das nur an Karriere interessiert ist.

Uff. Kein Wunder, dass in vielen Büros schlechte Stimmung und Unsicherheit herrscht, wenn ein Großteil der Belegschaft diesen Glaubenssätzen folgt: Ist man freundlich, wird man in die Schublade „nicht durchsetzungsfähig“ gesteckt bzw. steckt den neuen Kollegen oder die neue Kollegin in diese. Ist man unfreundlich – oder sagen wir nicht überschwänglich herzlich – hat man garantiert Haare auf den Zähnen und will um jeden Preis nach oben kommen.

Netter Typ? Glückwunsch!

Sie sind grundsätzlich ein netter und freundlicher Mensch? Toll, freuen Sie sich darüber! Nett sein ist keine Schwäche und echter Souveränität und wahrem Selbstbewusstsein steht „nett sein“ nicht im Weg. Im Gegenteil: Je netter und gleichzeitig klar und verbindlich, desto besser. Ist doch großartig, wenn Sie in netter und freundlicher Art eigene Interesse vertreten können und dem Motto folgen: „Hart in der Sache, herzlich zum Menschen.“

Nur, sind Sie „hart in der Sache“? Oder ist das mit dem „zu nett sein“ eine willkommene Ausrede dafür, sich und die eigene Kommunikation nicht verändern zu müssen?

Klar und verbindlich kommunizieren

Klare und verbindliche Kommunikation im Job, die meist eine Voraussetzung für Durchsetzungsfähigkeit ist, hat zwar rein gar nichts mit Unfreundlichkeit zu tun, aber sie folgt bestimmten – sprachlichen und prozessorientierten –  Regeln und Grundsätzen. Man kann trainieren, wie man…

… Arbeitsaufträge richtig delegiert

… gutes, wertschätzendes, aber klares Feedback gibt

… Konflikte anspricht und den eigenen Standpunkt vertritt

… erfolgreich verhandelt

… über (eigene) Emotionen sachlich sprechen kann

… persönlichkeitsorientiert kommuniziert

… die eigene Körpersprache richtig einsetzt und kongruent kommuniziert

Die vier W’s der Delegation

Wenn Sie Kollegen bitten, etwas für Sie zu tun oder deren Hilfe für die Erledigung einer Aufgabe erbeten, dann tun Sie das am besten immer in vier Schritten. Wenn die vier W’s in Ihrer Delegation beachtet wurden, sollte Ihre Arbeitsanweisung klar formuliert sein:

1. Beschreiben, was zu tun ist.

2. Deadlines setzen, bis wann ist das zu tun ( ganz konkret, ein „asap“ ist NICHT klar und verbindlich genug! 17.8, 16 Uhr ist dagegen klar und unmissverständlich).

3. Motivation/Ziel Ihrer Bitte: Warum brauchen Sie die Information/Hilfe?

4. Übergeordneter Sinnzusammenhang: Wozu muss das gemacht werden (wenn möglich. Z. B.: Image, Kundengewinn etc.)?

5. (Kein W, aber wichtig) Bedanken und mit Grußformel verabschieden.

Mit den richtigen Kommunikations- und Soft Skills sind auch „zu nette“ Menschen in der Lage, Karriere zu machen und ganz nach oben zu kommen. Versprochen!

Und nächste Woche im yuii-Blog:

Fatale Jobirrtürmer II: „Emotionen haben im Job nichts zu suchen!“

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