12. Jul
2013

Bitte recht kreativ: So geht Brainstorming wirklich

Jeder kennt es, fast alle machen es. Manche sogar mehrmals täglich. Die einen hassen es, die anderen können nicht genug davon kriegen: Die Rede ist vom Brainstorming. Jedes Unternehmen, das etwas auf sich hält, führt regelmäßig Brainstormings durch, indem meist schnell mal die kreativsten Kollegen der Abteilung zusammengetrommelt werden, um gemeinsam tolle, innovative Ideen zu entwickeln. Die Ergebnisse sind manchmal top, oft aber auch nicht wirklich überzeugend.

Brainstorming braucht Regeln

Der amerikanische Autor Alex F. Osborn, der seit 1919 in der amerikanischen Werbebranche tätig war, gilt als Erfinder des Brainstormings. Er legte dabei bestimmte Regeln fest, die die kreativen Arbeitstreffen effektiver machen sollten. Denn Osborn hatte erkannt: Ohne diese Regeln wird der Einfallsreichtum der Mitarbeiter in kreativen Sitzungen begrenzt statt gefördert.

Sonst wird es nichts: Erst sammeln, dann kritisieren!

Osborn war sich sicher, dass der Prozess der Sammlung und Ideengenerierung strickt von der Bewertung der Ideen getrennt werden müsse. Denn Kritik oder Kommentare – negative, aber durchaus auch positive – wirken sich sofort auf den kreativen Prozess aus und beeinflussen ihn. Wird diese goldene Regel nicht beachtet – und ganz ehrlich, das passiert häufig – werden die Menschen in ihrer Kreativität blockiert und eingeengt. Ständige „Ja, aber das ist zu teuer“, „Ja, aber das passt doch nicht zu uns“, „Ja, aber das hatten wir doch schon mal“, nachdem man eine Idee zum Besten gab,  machen irgendwann mürbe, demotivieren und entmutigen.

 

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Maximal 30 Minuten, 7 Menschen und 1 Pause

Ein Brainstorming aus ca. 7 Gruppenmitgliedern bestehen und sollte nicht länger als 30 Minuten dauern. Besser kürzer, um die zehn bis 15 Minuten. Danach sollte es eine ausreichend lange Pause für alle Mitarbeiter geben. Das entspricht auch den neuesten Erkenntnissen der Lernforschung, denn nach ca. 30 Minuten Input und Konzentration macht unser Gehirn bereits „schlapp“. Die Folge: Wir werden unkonzentriert, schweifen immer öfter ab.

Einfach assoziieren – je verrückter desto besser

Brainstorming ist das zunächst lose Assoziieren von Ideen. Die Methode lässt sich allein und in der Gruppe umsetzen und eignet sich für den Beginn eines kreativen Prozesses. Die Ideen der Brainstormer dürfen dabei gerne möglichst verrückt, andersartig und neu sein. Es geht ausdrücklich noch nicht nur um anwendbare, realisierbare oder gar bezahlbare Ideen. Dahinter steht die Annahme, dass sich nur aus Ideen, die wirklich „out of the box“ sind, umsetzbare, innovative Pläne schmieden lassen. Das funktioniert aber eben nur, wenn die Ideensammlung von der Bewertung abgekoppelt ist.

Ein Moderator ist ein Must

Wirklich gute Brainstorming-Meetings brauchen einen Moderator. Wer also ein Brainstorming offiziell einberuft, sollte sich trauen einen Moderator zu bestimmen oder diese Rolle selbst zu übernehmen. Der Moderator sammelt keine Ideen, er überwacht den kreativen Prozess. Er ermutigt oder ermahnt, wenn Regeln nicht eingehalten werden und begleitet die Kollegen Schritt für Schritt durch das Meeting.

Die Brainstorming-Schritte im Überblick

1. Moderator bestimmen, der Regeln kennt

2. Thema klar benennen, Aufgabenstellung klar machen, den Teilnehmern die Regeln erklären

3. Ideen sammeln: 10-15 Minuten, je verrückter desto besser (Moderator sammelt z. B. auf Kärtchen)

4. Mindestens 10 Minuten Pause

5. Ideen an einer Moderationswand clustern und sortierten

6. Bewerten: Absolut nicht zu realisierende Ideen werde raussortiert, tolle Ideen, die aber nicht zur Aufgabenstellung passen, können in eine „Ideenkiste“ wandern, gute und realisierbare Ideen werden durch die Ideen der Gruppe verbessert/erweitert

8. Projektteams werden gebildet, die z. B. die Umsetzung der besten Ideen prüfen und ein Grobkonzept entwickeln sollen

9. Next-steps für ein Anschlussmeeting werden definiert

 

Wie Brainstormings wirklich funktionieren und viele weitere Kreativitätstechniken – auch abseits der Klassiker – lernt man übrigens im yuii Training „Creative Thinking“.

Für Unternehmen oder Agenturen, die Lust haben, ihr kreatives Potenzial wirklich auszuschöpfen. Infos unter: https://www.yuii.de/trainings/creative-thinking/

 

 

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